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Benjamin Heisenberg (9. Juni 1974 in Tübingen) ist ein international arbeitender Regisseur, Autor und bildender Künstler. Er besitzt die deutsche sowie die schweizerische Staatsbürgerschaft. Er lebt und arbeitet in Luzern und in Berlin. Sein Werk bewegt sich zwischen Kino, bildender Kunst, Literatur und Lehre und ist geprägt von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Fragen.
Heisenberg studierte zunächst freie Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, wo er 1999 sein Diplom ablegte. Parallel arbeitete er als Assistent am Lehrstuhl für Kunstgeschichte. Ab 1997 studierte er Filmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München, die er 2005 abschloss. Bereits während dieser Zeit war er Mitbegründer und bis heute Mitherausgeber der international renommierten Filmzeitschrift Revolver, die sich als wichtiges Forum für zeitgenössische Filmtheorie und -praxis etabliert hat.
International bekannt wurde Heisenberg mit seinem Spielfilmdebüt Schläfer / Sleeper (2005), das in der Reihe Un Certain Regardbei den Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt wurde und zahlreiche Preise erhielt, darunter den First Steps Award und den Max-Ophüls-Preis. Es folgte Der Räuber / The Robber (2010), der im Wettbewerb der Berlinale lief und mit dem Bayerischen Filmpreis sowie mehreren internationalen Auszeichnungen geehrt wurde. Mit Über-Ich und Du / Superegos (2014), der im Panorama Spezial der Berlinale uraufgeführt wurde, setzte er seine filmische Arbeit fort. Neben seinen Langfilmen realisierte Heisenberg mehr als vierzig Kurzfilme und Kunstvideos, die weltweit auf Festivals und in Ausstellungen gezeigt wurden. Zuletzt erhielt sein Familienfilm Der Prank – April, April / Prank diverse Auszeichnungen unter anderm, beim Zürich Film Festival.
Parallel zu seiner filmischen Arbeit ist Heisenberg seit vielen Jahren als bildender Künstler tätig. Seine Arbeiten – Videos, Installationen, Skulpturen und konzeptuelle Projekte – wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und den USA präsentiert, unter anderem im Haus der Kunst München, im ZKM Karlsruhe, im ICA London, bei der Videonale Bonn sowie im MoMA New York. Zu seinen jüngeren Einzelausstellungen zählen Präsentationen in Berlin, Graz, Salzburg und Paris. Eine besondere Stellung nimmt die permanente Kunst-am-Bau-Arbeit Brienner 45 am NS-Dokumentationszentrum München ein, die er gemeinsam mit Emanuel Heisenberg und Elisophie Eulenburg realisierte.
Benjamin Heisenberg wurde national wie international ausgezeichnet. Zu den wichtigsten Ehrungen zählen der Österreichische Filmpreis (u. a. für Regie, Schauspiel und Tongestaltung), der Hauptpreis als Bester Film beim Dublin International Film Festival, der Bayerische Filmpreis für die Beste Nachwuchsregie sowie der Max-Ophüls-Preis inklusive des SR/ZDF-Drehbuchpreises. Darüber hinaus erhielt er den Deutschen Nachwuchsfilmpreis – First Steps Award, den Hauptpreis des Filmfestivals Schwerin, den Preis für den Besten Spielfilm beim Festival du Cinéma Politique in Barcelona sowie den E.ON-Kulturpreis Bayern und den Nachwuchspreis der DEFA-Stiftung, den Grand Prize (Maverick Award) beim Calgary International Film Festival, dem Hauptpreis für den Besten Spielfilm beim Zagreb International Film Festival, dem Preis für das Beste Drehbuch beim Festival Internacional de Cine de Gijón, dem Preis für die Beste Regie beim Palic International Film Festival sowie den Sonderpreis der Blogger beim Festival Paris Cinéma und den *Kulturpreis der Stadt Würzburg. Zuletzt erhielt sein Film Der Prank unter anderem den Preis der Jury, sowie den Publikumspreis am Zürich Film Festival
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit engagiert sich Heisenberg intensiv in der Lehre. Er unterrichtete an verschiedenen Film- und Kunsthochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und übernahm unter anderem eine Professur für Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Darüber hinaus ist er als Autor tätig und veröffentlichte 2022 den Roman Lukusch im Verlag C.H. Beck. Sein Schreiben steht dabei in engem Dialog mit seinem filmischen und bildkünstlerischen Werk.



